Weltweit gibt es etwa 150 Ahornarten, wobei eine exakte Zahl nicht genannt werden kann, da die Einteilung von den Systematikern kontrovers diskutiert wird.

Unstrittig ist hingegen, dass in unserem hessischen Bundesland drei verschiedene Ahornarten wachsen, die wir uns nun etwas näher ansehen wollen. Diverse Zucht- und Zierformen sowie exotische Arten, die teilweise in Parks und Gärten zu finden sind, werden hier nicht vorgestellt.

Wie gesagt, gibt es in unserer hessischen Natur drei Arten, die sich sowohl im Habitus, als auch hinsichtlich ihrer Standortansprüche unterscheiden. Es sind Berg-, Spitz- und Feldahorn, um die es nun geht.

Berg- Spitz- und Feldahornlaub

Berg- Spitz- und Feldahornlaub

Der Bergahorn ist ein stattlicher Waldbaum, der bis zu 40 m hoch und bis zu 500 Jahre alt werden kann. Sein wissenschaftlicher Name ist Acer pseudoplatanus. Der Artname verweist auf die Ähnlichkeit des Baumes mit einer Platane. Dies betrifft die Form der (gelappten) Blätter und auch die (im Alter) schuppenförmige Borke.

Wie es schon sein deutscher Name vermuten lässt, wächst der Baum gerne in Bergwelten. So ist er in Bergmischwäldern (etwa im Alpenraum) oft mit Rotbuchen und Weißtannen vergesellschaftet und kommt bis zur Baumgrenze vor. Der Bergahorn ist sehr frostresistent, was angesichts der genannten Standorte nicht überrascht. In der Jugend verträgt er Schatten, im Alter ist er indes recht lichtbedürftig. Er liebt nährstoffreiche Substrate auf feuchten und kühlen Standorten.

In Hessen finden wir den Bergahorn meist als Mischbaumart in Blockhalden- und Schluchtwäldern. Vereinzelt wächst er aber auch in anderen Waldgesellschaften, sofern ihm der Standort zusagt. Der Bergahorn zählt zu den Edellaubhölzern, sein Holz ist wertvoll und wird im Möbelbau, zu Furnieren und zur Herstellung von Musikinstrumenten verwendet.

Edellaubhölzer im Blockhaldenwald

Edellaubhölzer im Blockhaldenwald

Auch der Spitzahorn ist ein beachtlicher Baum, der allerdings nicht die Höhe und auch nicht das Alter eines Bergahorns erreichen kann. So wird er nur bis etwa 25 m hoch und wird kaum älter als 150 Jahre. Wissenschaftlich wird er als Acer platanoides bezeichnet. Seine Blätter sind ebenfalls (ahorntypisch) gelappt, bilden jedoch - im Gegensatz zum Bergahorn – Spitzen am Ende der Lappen aus, wodurch sein deutscher Name entstand. Die Form der Spitzahornblätter ist ausgesprochen schön, wir haben es hier mit wahren Kunstwerken aus der Natur zu tun. Hinzu kommt eine atemberaubende Herbstfärbung der Blätter, die einen regelrechten Farbenrausch generieren.

Verbreitet ist der Spitzahorn hauptsächlich im Hügel- und im Flachland, wo er gerne im Bereich von Waldrändern und Feldgehölzen wächst. Auch in Bruch- und Auwäldern ist er anzutreffen, da er Nässe recht gut verträgt. Oft ist er aber auch in Städten zu finden, wo er in Parkanlagen und auch entlang der Straßen angesiedelt wurde.

Seine Standortansprüche sind mit denen des Bergahorns weitgehend identisch. Er mag jedoch höhere Lufttemperaturen und kann Nässe besser ertragen.

Spitzahorn-Herbstlaub

Spitzahorn-Herbstlaub

Spitzahorn-Blüte

Spitzahorn-Blüte

Als dritte in Hessen vorkommende Art ist der Feldahorn zu nennen. Er ist auch unter dem Namen „Maßholder‟ bekannt und die Wissenschaft bezeichnet ihn als Acer campestre. Der Feldahorn ist deutlich kleiner als die beiden anderen Ahornarten. Als sogenannter „Baum zweiter Ordnung‟ erreicht er Höhen von etwa 10 – 15 m. Er ist sehr langsamwüchsig und wird etwa 100 Jahre alt. Seine Standortansprüche sind nicht so hoch wie bei den beiden anderen Arten. Er verträgt auch mehr Beschattung, ist jedoch relativ wärmebedürftig und meidet nasse Standorte.

Der Feldahorn wächst meist in Hecken, Feldgehölzen und in Waldrändern. Zu finden ist er aber auch an Wegrändern und in Laubwäldern. Wegen seiner geringen Größe eignet sich die Art auch sehr gut für Naturgärten.

Feldahorn-Stockausschlag

Feldahorn-Stockausschlag

Alle drei Ahornarten bilden mit den Früchten die bekannten Flügel aus, an denen sich die Samen befinden, welche dann propellerartig mit dem Wind verbreitet werden. Die Flügel (es sind immer zwei) sind bei den drei Ahornarten in unterschiedlichen Winkel angeordnet, woran man auch die jeweilige Art erkennen kann.

Bergahorn-Früchte

Bergahorn-Früchte

Berg- Spitz- und Feldahornborken

Berg- Spitz- und Feldahornborken

Unsere Ahorne sind bedeutende Nährpflanzen für Vögel, Bienen, Schmetterlinge und weitere Insekten und erfüllen somit wertvolle ökologische Funktionen in der Natur.

Literatur:

Amann, G. 1984

Bäume und Sträucher des Waldes

Neumann-Neudamm KG, Melsungen

Vorlesungsscript, Institut für Waldbau 1974

Waldbau Grundlagen

Forstliche Fakultät der Georg-August-Universität, Göttingen

Text und Fotos © Hubertus Schwarzentraub

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