Dezember 2021

Naturbegeisterte Menschen werden sicher schon von den Nebelwäldern gehört haben, die hauptsächlich im Tropengürtel wachsen. Dort sind sie oberhalb der Tieflandregenwälder zu finden, wo sie quasi ständig in Wolken eingehüllt sind. Durch die permanente Feuchtigkeit, in Verbindung mit der vorherrschenden Temperatur, konnten so Lebensräume für unzählige Arten entstehen. Einigen Urlauber*innen dürfte auch der Nebelwald in den Lorbeerhainen der Kanareninsel La Gomera bekannt sein.

Aber auch in unseren Breiten gibt es „Nebelwälder‟, auch wenn sie nur eine temporäre Erscheinung sind. Vor allem im Herbst und Winter wird dies durch spezielle meteorologische Bedingungen erzeugt, die in Hessen oft mit unserem atlantisch geprägten Klima in Verbindung stehen.

Nebel im herbstlichen Mischwald

Nebel im herbstlichen Mischwald

Ein winterlicher Laubwald im Nebel

Ein winterlicher Laubwald im Nebel

In diesen Nebelwäldern finden wir Arten, die ein feuchtes Milieu bevorzugen. An erster Stelle sind hier natürlich Pilze zu nennen, die mitunter in zahlreichen Arten vertreten sind. Aus dem Pflanzenreich besiedeln diverse Moosarten diese feuchten Wälder. Wir kennen aber auch feuchtigkeitsliebende Tiere dieser Lebensräume, etwa Schnecken oder auch Amphibien. Typische Vertreter sind z. B. Nacktschnecken und der Feuersalamander.

In feuchten Wäldern wachsen diverse Pilzarten

In feuchten Wäldern wachsen diverse Pilzarten

Wegschnecken leben in feuchten Wäldern

Wegschnecken leben in feuchten Wäldern

In unserem Hessenland können solche zeitweilig in Nebel gehüllte Wälder in allen Höhenlagen auftreten. Natürlich werden wir sie im Bereich der Flussauen und in der Nähe anderer Gewässer antreffen. Aber auch die Wälder unserer Mittelgebirge sind mitunter bis zu den Gipfeln in Nebelwolken eingetaucht. In der Rhein-Main-Ebene kann dies also ebenso geschehen, wie im Lahn-Dill-Bergland oder der hohen Rhön, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Der Wald profitiert von der zusätzlichen Feuchtigkeit durch den Nebel, insbesondere nach den vergangenen trockenen Jahren. So war es weniger die Hitze, die das Absterben der Bäume verursacht hat, sondern vor allen die lang anhaltende Trockenheit. Natürlich kann der Nebel die fehlenden Niederschlagsmengen nicht kompensieren, aber er kann einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten.

Ein märchenhafter Buchenwald im Nebel

Ein märchenhafter Buchenwald im Nebel

Ein ganz anderer Aspekt ist die besondere Ästhetik, die von den Nebelwäldern ausgeht. So werden mystisch anmutende Stimmungen erzeugt, insbesondere dann, wenn morgendliche Sonnenstrahlen ihren Weg durch die wabernden Nebelschwaden finden. Viele Naturfotografen*innen suchen gerade diese sehr beliebten Motive. Aber auch andere Menschen erfreuen sich an den Wäldern im Nebel und genießen die Impressionen der Natur. Gerade im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hat sich die Zahl der Waldbesucher*innen deutlich erhöht.

Genießen Sie also Ihre Spaziergänge und erleben Sie die Faszination der (Nebel)Wälder und der Natur allgemein. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen frohe Festtage und einen entspannten Jahresausklang!

Fichten im Morgendunst

Fichten im Morgendunst

Text und Fotos © Hubertus Schwarzentraub

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