Naturschutz-Akademie Hessen

Der Große Fuchs


Nein, hier geht es nicht um ein besonders stattliches Exemplar eines Rotfuchses, sondern um den von der „BUND-NRW-Naturschutzstiftung‟ gekürten „Schmetterling des Jahres 2018‟.

Der Große Fuchs (Nymphalis polychloros) ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter, zu der auch so bekannte Arten wie der Admiral oder das Tagpfauenauge gehören. Leider ist er nicht mehr so häufig anzutreffen wie diese Arten, sondern in seinem Bestand gefährdet. Er ist relativ groß und ein durchaus auffälliger Schmetterling, der im Aussehen dem – sehr häufig vorkommenden - „Kleinen Fuchs‟ ähnelt. Allerdings ist er deutlich größer und nicht ganz so bunt wie sein kleiner „Namensvetter‟, mit dem er jedoch sonst nicht näher verwandt ist.

Großer (links) und Kleiner Fuchs

Sein Verbreitungsgebiet ist recht groß und erstreckt sich von Süd- und Mitteleuropa bis hinein nach Asien. Auch eine verhaltene Ausbreitung nach Nordeuropa ist zu beobachten. Wenn auch das Verbreitungsgebiet recht groß ist, so handelt es sich dennoch um eine relativ seltene Art. In Deutschland steht der Große Fuchs auf der Vorwarnliste bedrohter Arten und in Hessen wird er als „gefährdet‟ eingestuft.
Seine Lebensräume sind offene Wälder, Waldränder, Parkanlagen, Streuobstbestände und auch naturnahe Gärten.

Lebensraum Waldrand

Fraßpflanzen der Raupen sind vor allem Weidenarten, aber auch Ulmen, Pappeln und Kirschen. Der fertige Schmetterling ernährt sich von den Blüten der Weiden (Kätzchen), Kirschen und Brombeeren. Verzehrt werden aber auch Baumsäfte, Aas und Exkremente.

Weidenblüte

Für die Raupen wie auch für die Imagines spielt die Salweide eine herausragende Rolle. So liefern die Weidenkätzchen das erste Nahrungsangebot nach dem Winter. Für den Großen Fuchs ist dies besonders wichtig, da bei ihm nicht die Raupen, sondern die ausgewachsenen Falter überwintern.

Großer Fuchs auf Salweidenstamm

Die Eiablage erfolgt ab April, wobei die Eier um die dünnen Kronenzweige der Raupen-Nahrungspflanzen, also Weiden- und andere Weichholzarten, gelegt werden. Bis zur Verpuppung im Juni leben die dunklen (mit Dornen besetzten) Raupen gesellig. Noch in diesem Monat oder auch im Juli schlüpfen dann die fertigen Schmetterlinge, die sich schon im Spätsommer in ihre Winterquartiere zurückziehen.
Der Große Fuchs ist in seinem Bestand gefährdet. Hauptursache dafür ist die Entfernung der für ihn so wichtigen Weiden- und anderer Weichholzarten. Diese werden häufig aus Wäldern entnommen, weil ihr Holz wenig wertvoll ist und sie daher wirtschaftlich unrentabel sind. Ein weiterer Grund für den Bestandsrückgang ist der Einsatz von Pestiziden, insbesondere im Obstbau.

Somit stellt der Schutz der Weiden und der anderen Fraßpflanzen eine wichtige Maßnahme zur Erhaltung der Art dar. Dazu kann auch der naturverbundene Gartenbesitzer beitragen, indem er heimische Weidenarten (und auch andere Bäume und Sträucher) anpflanzt und diese fördert. Ein Verzicht auf die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel sollte im Naturgarten selbstverständlich sein. So helfen wir nicht nur anderen Arten, sondern gerade auch dem Großen Fuchs, einem unserer schönsten Tagfalter!



Literatur

Settele, J. et al. 2005
Schmetterlinge – Die Tagfalter Deutschlands
Ulmer, Stuttgart


Text und Fotos © Hubertus Schwarzentraub