Naturschutz-Akademie Hessen

Herdenschutz und Wolfsmanagement in Hessen


Informationsveranstaltungen des LLH und der NAH im ersten Halbjahr 2017

Der Wolf ist nach Deutschland zurückgekehrt und hat sich in einigen Bundesländern angesiedelt. Auch in Hessen sind in den letzten Jahren und Monaten sporadisch durchstreifende Wölfe gesichtet worden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch in Hessens Landschaften Wölfe wieder heimisch werden. Verhindern lässt sich dies nicht.

Während sich Naturfreunde darüber freuen, dass dieser einst vom Menschen ausgerottete Große Beutegreifer wieder zurückkommt, sehen vor allem Weidetierhalter dieser Entwicklung mit großer Sorge entgegen. Die Diskussionen um das Thema werden häufig sehr emotional geführt. Neben echten Fakten stehen viele Gerüchte und Mutmaßungen sowie bewusst gestreute Falschmeldungen im Raum, die zu mehr oder weniger starken Verunsicherungen führen.

Veranstaltung in Fränkisch-Crumbach

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) und der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) wollen hier Aufklärung betreiben und die hessische Bevölkerung auf die Rückkehr der Wölfe mit fundierten Informationen vorbereiten. Hierzu wurden in den zurückliegenden Monaten vielfältige Beratungsangebote erstellt. In einer Kooperation des Landesbetriebes Landwirtschaft und der Naturschutz-Akademie Hessen wurden zwischen Ende April und Ende Juni vier Abendveranstaltungen zum Herdenschutz durchgeführt, um möglichst breite Kreise der Bevölkerung erreichen zu können. Das Programm dieser Veranstaltungsreihe, die über Hessen verteilt stattfand, richtete sich speziell an hessische Weidetierhalter, die sich bisher noch wenig mit dem Thema beschäftigt haben. Artenschutzexperten des Ministeriums bzw. des Regierungspräsidiums in Kassel übernahmen jeweils in zwei Veranstaltungen den ersten Vortrag des Abends. In diesem Beitrag ging es um die Biologie und das Verhalten freilebender Wölfe sowie über den aktuellen Kenntnistand zur Ausbreitung dieser Großraubtiere in Hessen. Grundsätzlich sind Wölfe scheue Tiere, die sich in siedlungsfernen Wald- und Ruderallandschaften aufhalten und sich in erster Linie von Wildtieren ernähren. Die Referenten erläuterten das hessische Wolfsmanagement und erklärten, was bei einer Begegnung mit Wölfen oder einem vermuteten Nutztierriss zu beachten ist. Sie verwiesen hierzu auch auf ausführliche Informationen im Internet (z.B. umwelt.hessen.de/wolf). In der anschließenden Diskussionsrunde wurde auf weitere Fragen und Anmerkungen der Teilnehmer zum Wolf und zum Umgang mit Wölfen in Hessen eingegangen.

Veranstaltung in Fränkisch-Crumbach

Im zweiten Beitrag informierte Herr Ritter vom Landebetrieb Landwirtschaft Hessen über den Herdenschutz nach guter fachlicher Praxis. Nach einem kurzen Exkurs über die rechtlichen Pflichten von (Weide)-Tierhaltern stellte Herr Ritter verschiedene Zaunsysteme vor und erläutere welche Anforderungen sie erfüllen müssen, um Weidetiere vor dem Ausbrechen und Hunde, Wildtiere und Wölfe vor dem Eindringen zu hindern. Hauptziel muss in Hessen sein, dass sich zwischen Wölfen und Nutztieren ein funktionsfähiger Elektrozaun befindet. Nur so lernen Wölfe, dass Weidetiere keine Leckerbissen sind. Kein Wolf darf ferner gewollt oder ungewollt durch ungeeignete Futterangebote fehlgeprägt werden. Auch auf die Verwendung von Herdenschutzhunden wurde eingegangen. Hier wurden Vor- und Nachteile bei intensivem Erholungsverkehr diskutiert. Auf die wegen der hohen Anforderungen der Tierschutz-Hundeverordnung an die Haltebedingungen von Herdenschutzhunden zurzeit bestehenden rechtlichen Probleme wurde hingewiesen.


Veranstaltungstermine:

25. April 2017 Wetzlar
22. Mai 2017 Fränkisch-Crumbach
24. Mai 2017 Fritzlar
21. Juni 2017 Hünfeld