Naturschutz-Akademie Hessen

Unsere Meisen

Sie sind die häufigsten Besucher der Futterhäuschen in unseren winterlichen Gärten und auch in der freien Natur treffen wir Sie glücklicherweise noch recht oft an. Wir reden von unseren heimischen Meisen, die uns als Jahresvögel auch im Winter mit ihrem emsigen Treiben erfreuen.
Sechs Arten, die den eigentlichen Meisen zugerechnet werden, kommen bei uns vor. Es sind Kohl-, Blau-, Hauben-, Tannen-, Sumpf- und Weidenmeise. Sie alle gehören einer Gattung an, deren wissenschaftlicher Name „Parus‟ lautet. Während die vier erstgenannten Arten noch relativ sicher zu unterscheiden und zu bestimmen sind, ist dies bei Sumpf- und Weidenmeise nicht der Fall. Diese ähneln sich im Aussehen so stark, dass sogar manche Ornithologen die beiden Arten zusammenfassen und nur von „grauen Meisen‟ sprechen.

graue Meise

Die Kohlmeise ist die größte der genannten Arten und kommt auch am häufigsten vor. Der Bestand in Deutschland wird auf etwa 5 – 6 Millionen Brutpaare geschätzt (NABU Vogelwelt). Ihr Lebensraum ist der Wald sowie Gärten und Siedlungen, wo sie im Winter ein regelmäßiger Gast an den Futterstellen ist.

Kohlmeise

Erkennbar kleiner ist die zweithäufigste Art, nämlich die Blaumeise. Auch ihr Bestand scheint ungefährdet zu sein, obwohl die Art im Frühjahr 2020 von einer bakteriellen Infektion betroffen war. Zahlreiche Opfer wurden damals gemeldet, vor allem eben Blaumeisen, aber auch Kohlmeisen und andere Kleinvogelarten. Die Lebensräume der Blaumeisen sind identisch mit denen der Kohlmeise. Auch sie ist sehr oft an den Futterhäuschen zu beobachten.

Blaumeise an Hartriegel

Deutliche geringere Bestandszahlen haben wir bei der Hauben- und der Tannenmeise. Die erstere ist sehr gut durch ihre Federhaube auf dem Kopf zu bestimmen. Die Tannenmeise könnte (beim schnellen Hinschauen) jedoch auch mit einer Kohlmeise verwechselt werden. Allerdings fehlt ihr die gelbe Färbung, weshalb sie bei genauerer Betrachtung durchaus sicher zu bestimmen ist.
Beide Arten leben gerne in Nadel- und Mischwäldern, kommen aber auch in Siedlungsbereichen (Gärten) vor.

eine Tannenmeise

Noch seltener als die zuvor genannten Arten sind Sumpf- und Weidenmeise, die nur sehr schwierig von einander zu unterscheiden sind, wie eingangs schon erwähnt. Ihre Lebenräume finden sie in lichten Mischwäldern, wobei die Sumpfmeise auch in Gärten zu beobachten ist, während die Weidenmeise gerne die Nähe von Gewässern aufsucht.
Alle genannten Meisenarten sind Höhlenbrüter, die auf Baumhöhlen angewiesen sind. Vor allem Kohl- und Blaumeise nehmen auch sehr gerne künstliche Nisthilfen (etwa in unseren Gärten) an.

Höhlenbäume

Die Nahrung der Meisen besteht im Sommerhalbjahr hauptsächlich aus Insekten und deren Entwicklungsstadien (Larven, Raupen Puppen). Für die Aufzucht der Jungen ist diese Nahrung unbedingt erforderlich. Deshalb wirkt sich der Rückgang der Insekten auch sehr negativ auf die Bestandsentwicklung der Meisen aus.
Außerhalb der Brutzeiten werden auch gerne diverse Sämereien verzehrt.

Nahrungsgrundlage Insekten

Der wirksamste Schutz unserer Meisen entsteht durch die Bewahrung ihrer Lebensräume und ihrer sonstigen Lebensbedingungen. Dazu zählen etwa der Erhalt von Höhlenbäumen und Totholz. Aber auch der Schutz von Insekten, z. B. durch den Verzicht auf Biozideinsatz in der Landwirtschaft wäre sehr hilfreich. Darüber hinaus können unsere Gärten zum Schutz der Meisen beitragen, wenn sie naturnah gestaltet und auch so bewirtschaftet werden.

Mischwälder sind Meisenbiotope

Literatur:

Moning, E., Griesohn-Pflieger, T. & Horn, M. 2010
Grundkurs Vogelbestimmung
Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim

Svensson, L. Et al., 1999
Der neue Kosmos Vogelführer
Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, Stuttgart

NABU Vogelwelt (App)

Text und Fotos © Hubertus Schwarzentraub